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Programm

13.12.2017 19:00

Tschechischer Dokfilm am Mittwoch: Na sever / Into the North

Der neue tschechische Dokumentarfilm erzählt die beinahe in Vergessenheit geratene Geschichte einer Gruppe von jüdischen Teenagern, die im Jahr 1939 die Erlaubnis erhalten, das Protektorat Böhmen und Mähren in Richtung Dänemark zu verlassen. Dort verbringen sie die Kriegsjahre und überleben häufig als einzige ihrer Familien den Holocaust. Die mittlerweile weit über 80jährigen Protagonisten berichten von Abenteuern, Arbeit, Liebe, Familie, Heimweh und dem zurückgelassenen Leben im Protektorat.

Edita, Zdenka, Hana und Oskar sind noch Jugendliche, als die Nazis 1939 in Prag einmarschieren und das Protektorat Böhmen und Mähren errichten. Die vier Teenager erhalten, ebenso wie über 300 andere jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, eine Ausreisegenehmigung nach Dänemark. Ohne Eltern und Erwachsene machen sie sich über Prag auf den Weg nach Norden. Dank der Unterstützung der Dänischen Frauenliga für Frieden und Freiheit werden sie dort in Pflegefamilien untergebracht.

Mehr als 70 Jahre später kehrt Oskar, der nach dem Krieg nach Israel emigrierte, im Beisein seiner Tochter und seiner Enkelin in seine tschechische Heimat zurück. Gemeinsam besuchen sie das ehemalige Elternhaus in Jihlava, die Familiengräber in Třešť  und den Ort von Oskars Abreise am Prager Masaryk-Bahnhof. Edita, die nach dem Krieg in Skandinavien blieb, begibt sich auf Spurensuche in der dänischen Provinz, wo sie auf ihre Stiefschwester Gerda trifft. Zdenka, die noch während des Kriegs eine Ausreisegenehmigung nach Palästina erhielt, erzählt von Heimweh und dem Briefwechsel mit ihrer Familie.

Die tschechische Journalistin Judita Matyášová entdeckte die Geschichte im Jahr 2010. Zusammen mit der Filmemacherin Natasha Dudinski verknüpfte sie die Erinnerungen der drei Protagonisten mit den Tagebucheinträgen der inzwischen verstorbenen Hana, woraus eine bewegende Erzählung über eine fast vergessene Rettungsaktion wurde.

CZ 2015, 70 Min., OmeU, Regie: Natasha Dudinski

Eintritt frei

Tschechischer Dokfilm am Mittwoch

Schon seit mehreren Jahren entstehen in der Tschechischen Republik herausragende Dokumentarfilme, die von hoher künstlerischer Qualität sind, ungewöhnliche Bildwelten erschaffen und beeindruckende Geschichten erzählen, die nicht selten auch die gemeinsame Vergangenheit von Deutschen und Tschechen betreffen. In einer neuen Veranstaltungsreihe präsentieren Ihnen das Tschechische Zentrum Düsseldorf und das Gerhart-Hauptmann-Haus einmal im Monat ausgewählte Beispiele des tschechischen Dokumentarfilmschaffens. Im Anschluss an die Filmvorführungen beantworten die Filmemacher oder Protagonisten in einer Videokonferenz Ihre Fragen.

 

Veranstaltungsort:

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Datum:

13.12.2017 19:00

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum


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