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Programm

12.11.2012 19:00

Jiří Langer: Die neun Tore. Lesung mit der Übersetzerin Kristina Kallert.

Gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf lädt das Tschechische Zentrum zu einer Lesung aus Jiří Langer: Die neun Tore. Geheimnisse der Chassidim ein.

Jiří Langer (1894–1943) kannte den Chassidismus wie kaum ein anderer.  Im Gegensatz zu seinen berühmteren Chronisten Martin Buber oder Gershom Scholem, erlebte er ihn aus »erster Hand«. Als Sohn aus gutem Prager jüdischem Hause schloss er sich im Sommer 1913 in der hintersten Provinz der österreich-ungarischen Monarchie einer tiefreligiösen Bewegung an. Nach langen Aufenthalten unter den Chassidim in Belz fand J. Langer nach dem Ersten Weltkrieg in das bürgerliche Prager Leben zurück, ohne seinen tiefen Glauben aufzugeben. Er verband sein reiches Wissen über jüdische Traditionen mit der Moderne: so mit Sigmund Freud und Albert Einstein. Seine Forschungen mündeten 1923 in das deutsch verfasste Buch »Die Erotik der Kabbala«. 1937 kehrt er in »Die neun Tore« zurück zur Welt der Chassidim, wie er sie seinem Freund Franz Kafka immer wieder schilderte.

Nachdem Jiří Langers »Die neun Tore« bisher nur stark gekürzt und bearbeitet vorlag, hat Kristina Kallert es neu aus dem Tschechischen übersetzt. Die Übersetzerin hat sich dabei tief in die Chassidische Geschichte (Bloch, Buber) eingearbeitet und hat im Verlauf ihrer Beschäftigung mit der Übersetzung auch Ostpolen und die Ukraine bereist.

Nach einer Lesung aus der deutschen Ausgabe steht Frau Kallert für ein anschließendes Gespräch als Expertin zur Verfügung.  

Kristina Kallert wurde 1962 in Weißenburg geboren, studierte Germanistik und Ostslavistik in Regensburg und St. Petersburg, sowie später Bohemistik an der Masaryk-Universität in Brno.

Sie arbeitete fünf Jahre als DAAD-Lektorin in Brno und lebt inzwischen als freie Übersetzerin und Lektorin für Tschechisch in Regensburg;

Als Mitarbeiterin der »Tschechischen Bibliothek« galt ihr Interesse Autoren wie Josef Jungmann, Julius Zeyer, Jiří Karásek ze Lvovic, Miloš Marten und Božena Němcová.

Kristina Kallert erhielt 2004 den Leipziger Fähre-Preis für Literaturübersetzung und war Stipendiatin des Literarischen Colloquiums Berlin; 2007 Paul-Celan-Fellowship am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien;  Herbst 2010 Translator-in-Residence am Slavischen Seminar der Universität Tübingen.

 

Veranstaltungsort:

Haus der Kirche, Bastionstraße 6, 40213 Düsseldorf

Datum:

12.11.2012 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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