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Programm

18.11.2013 19:00

HinterNational – Johannes Urzidil

Klaus Johann und Vera Schneider zeigen eine Schriftstellerbiografie zwischen Böhmen und New York anhand von zahlreichen Zitaten von und über Urzidil, Ausschnitten aus seinen Radiolesungen, sowie Bilddokumenten aus dem Nachlass. Gerhard Trapp –einer der wichtigsten Urzidil-Forscher, der den Schriftsteller zudem persönlich kannte – wird Teile aus seinem Briefwechsel mit ihm vortragen.

Johannes Urzidil (1896–1970), jüngster Dichter des berühmten »Prager Kreises« um Max Brod, Franz Kafka und Franz Werfel, hat als Sohn einer deutsch-tschechisch-jüdischen Familie eine multinational geprägte Biografie, wie sie für das östliche Mitteleuropa typisch ist. Nach der Besetzung Prags durch die Nationalsozialisten emigrierte Urzidil nach New York und nahm später die amerikanische Staats-angehörigkeit an. Der Brückenschlag zwischen alter und neuer Heimat wurde für den Sohn eines deutschnationalen Vaters und einer tschechisch-jüdischen Mutter zu einem Leitmotiv seines Lebens und Schreibens. In Urzidils Hauptwerken Goethe in Böhmen, Die verlorene Geliebte und Prager Triptychon steht seine alte Heimat im Mittelpunkt. Er schrieb aber mit Das große Halleluja auch einen bedeutenden Amerika-Roman. Zum 40. Todestag des Schriftstellers erschien 2010 in der Potsdamer Bibliothek östliches Europa die Publikation HinterNational – Johannes Urzidil. Ein Lesebuch von Klaus Johann und Vera Schneider.

Klaus Johann, geb. 1968, Dr. phil., freier Literaturwissenschaftler und Lektor, studierte Deutsche Philologie, Philoso-phie, Kath. Theologie, Geschichte und Pädagogik. Er veröffentlichte Bücher und Aufsätze u. a. zur deutschsprachigen Literatur Böhmens und Mährens sowie Kultur und Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er war Mit-Organisator der Urzidil-Konferenz im Mai 2010 in Ústí nad Labem/Aussig und bereitet eine Neuausgabe der Werke Urzidils vor.

Vera Schneider, geb. 1968, Dr. phil., freie Autorin und Lektorin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft und promovierte zur Wahrnehmung nationaler Grenzen in der Prager deutschen Literatur. Sie verfasste Beiträge für überregionale Zeitungen und Fachzeitschriften und war in verschiedenen Agenturen und Verlagen tätig.

Gerhard Trapp, geb. 1938, Dr. phil., studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft; später war er am Goethe-Institut in Deutschland, Indien, Frankreich, China und Norwegen in verschiedenen Funktionen tätig. Er promovierte zum Werk von Urzidil und veröffentlichte zahlreiche Publikationen über ihn.

Veranstaltungsort:

Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Datum:

18.11.2013 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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