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Programm

08.02.2017 17:30

Das Erbe der Charta 77

2017 jährt sich zum vierzigsten Mal die Unterzeichnung der Charta 77. Im Januar 1977 forderten engagierte Bürger in der Tschechoslowakei öffentlich und in der internationalen Presse vom kommunistischen Regime die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land. Die Jubiläumsveranstaltung in Düsseldorf zieht Bilanz über die Entstehung, Wirkung und über das Erbe der Charta 77. Um 17.30 Uhr eröffnet die Veranstaltung mit einer Ausstellung von Karel Cudlin, der als Leibfotograf Václav Havels gilt und die politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen im Tschechien der 1990er Jahre eindrucksvoll dokumentierte. Ab 18.00 Uhr diskutieren auf dem Podium Zeitzeugen der Charta 77. Begleitend spielt das Prager Duo Andrej Polanský & Emül Langman im Eichendorff-Saal. Eine gemeinsame Veranstaltung des Gerhart-Hauptmann-Hauses Düsseldorf, des Tschechischen Zentrums Düsseldorf, des Polnischen Instituts Düsseldorf und die Organisation Respekt und Mut, Düsseldorf.

Die aus der Petition in den Folgejahren hervorgegangene Bewegung Charta 77 gilt heute als eine der einflussreichsten oppositionellen Gruppen im sowjetischen Machtbereich. Mitglieder wie Václav Havel, Jan Patočka oder Ludvík Vaculík versuchten, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings apathisch „normalisierte“ Gesellschaft aufzurütteln und die weit verbreitete Flucht der Menschen ins Private zu stoppen. Dabei beriefen sie sich auf die von der ČSSR unterzeichnete KSZE-Schlussakte von Helsinki aus dem Jahre 1975. Das Regime reagierte mit Härte und Repression. Viele Unterzeichner erhielten Berufsverbot, einige wurden von der Staatssicherheit observiert und schließlich verhaftet.

Unter welchen Bedingungen formierte sich der Widerstand? Wie gingen die Unterzeichner mit Repressalien um? Konnten Ideale der Charta 77 mit der Samtenen Revolution verwirklicht werden? Welche Wechselwirkungen gab es zwischen der Opposition in der ČSSR, Polen und der DDR? Diese und weitere Fragen werden auf dem Podium diskutiert werden.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Gerhart-Hauptmann-Hauses Düsseldorf, des Tschechischen Zentrums Düsseldorf, des Polnischen Instituts Düsseldorf und Respekt und Mut, Düsseldorf.

Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten bis 6. Februar 2017 unter schlenker@g-h-h.de.

 

17:30 Uhr | Ausstellungseröffnung

Karel Cudlín

 

18:00 Uhr | Podiumsdiskussion

Petruška Šustrová, ehemalige Sprecherin der Charta 77

Zbigniew Gluza, Leiter der Stiftung Zentrums Karta in Warschau

Jan Ruml, ehemaliger Dissident und tschech. Innenminister

Wolfgang Nitsche, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler

Wolfgang Templin, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler

Moderation: PhDr. Tomáš Sacher, Tschechisches Zentrum Berlin

 

Musikalische Begleitung

Duo Andrej Polanský & Emül Langman (Prag)

Seit 2003 in tschechischen Clubs unterwegs und inzwischen sehr erfolgreich liegt ihre Musik zwischen Punk und Avantgarde, erzeugt mit kleinem Drum-Set, Viola, Loops, Stimme. Sie erinnern an die Aufbruchsstimmung unter der legendären Band »The Plastic People oft the Universe«, die als eine der ersten im damaligen Ostblock die Stücke progressiver westlicher Musiker wie Frank Zappa, Jimi Hendrix oder The Doors nachgespielt haben und die alternative kulturelle Szene Tschechiens um sich sammelte. Das führte schließlich 1976 zum Verbot der Gruppe – einer der Gründe für die Entstehung der Charta 77.

Foto: Karel Cudlín - Václav Havel, 2000

 

Einladung:

Veranstaltungsort:

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

Datum:

08.02.2017 17:30

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.