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Programm

29.09.2012 20:00

Tausendschönchen / Köln

Regie: Věra Chytilová Darsteller: Jitka Cerhová, Ivana Karbanová, Julius Albert, Jan Klusák, Marie Češková, Jiřina Myšková, Marcela Březinová u.a. Buch: Věra Chytilová, Ester Krumbachová, Pavel Juráček, Jaroslav Kučera Kamera: Jaroslav Kučera Musik: Jiří Šlitr, Jiří Šust Produktion: Rudolf Hájek CSSR 1967 | 74‘ | OmU | 35mm | 1 : 1,37 | FSK 16

Věra Chytilová (* 1929) nennt ihre feminine Version der Moritat von Max und Moritz ein burleskes, philisophisches Dokument. Zwei gelangweilte Mädchen beschließen, angesichts der Pervertiertheit der Welt selber nach dem reinen Lustprinzip zu leben und ein „Parasitendasein“ zu führen: Sie treiben Schabernack, um Leute zu ärgern, düpieren reiche Spießbürger, stiften Verwirrung in einem Nachtklub, stehlen Geld, stecken Papier in Brand und geben sich der Freßlust hin. Die Lust an der Zerstörung macht auch vor dem Filmbild selbst nicht halt. Sie verwandelt die Versatzstücke der Wirklichkeit in Abfall, um sie nach anderen Prinzipien neu zu ordnen, wie Godard ein Jahr zuvor in Pierrot le fou seinen Helden diesen Vorgang sinngemäß als die eigentliche Essenz des künstlerischen Aktes definieren ließ. (Filmarchiv Austria)

Tatsächlich ist der Film ebenso vergnüglich wie tiefsinnig und vieldeutig. Wie alle bedeutende Filme ist „Tausendschönchen“ auch ein Beitrag zur Selbstreflexion des Mediums Film; was der Film sagen will, drückt er in seiner Form aus, im Durchbrechen der eigenen Logik, dem Durcheinanderwürfeln von Dramaturgie und Bildstruktur. Tausendschönchen war einer der radikalsten und modernsten Filme, die in der CSSR entstanden. (Ulrich Gregor)

Veranstaltungsort:

Filmclub 813 (Hahnenstraße 6 , 50667 Köln)

Datum:

29.09.2012 20:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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